LANDSBERGER ZEITGESCHICHTE
ERINNERN..FORSCHEN..DOKUMENTIEREN
Europäische ..Holocaustgedenkstätte .Stiftung e.V.

Hauptseite Gedenkstätte Projekte Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung Historische Fakten Presseberichte links Impressum / Kontakt

 

Viktor Frankl berichtet über seine Erlebnisse im KZ-Lagerkomplex Kaufering

 

Adobe Flashplayer Version 8 oder höher muss installiert sein, um die Audiodatei optimal abspielen zu können.

The player will show in this paragraph

 
Viktor Frankl: Auszug aus der Rede am 11. November 1984 in Kaufering anlässlich der Einweihung des Gedenksteins auf dem ehemaligen KZ-Lager Kaufering III
 
  Inhalt: 0:00 – 3:23: Erlebnisse KZ-Lager Kaufering III / 3:25 - 4:37: Erlebnisse in KZ-Lager Kaufering VI bei Türkheim  

 

Am 11. November 1984 um 15:00 Uhr wurde auf dem ehemaligen KZ-Außenlager Kaufering III ein Gedenkstein der Öffentlichkeit übergeben. Der Gedenkstein trägt die Inschrift „GESCHÄNDETE UND GEOPFERTE MAHNEN EUCH – MENSCHEN LASST NICHT AB VOM STREBEN NACH FREIHEIT, FRIEDEN UND RECHT.“
Prominenter Gast bei der Feierstunde war der Wiener Professor für Neurologie und Psychiatrie, Viktor Emil Frankl. Der Wissenschaftler, Begründer der Existenzanalyse und Logotherapie, war von 1944 bis 1945 Häftling in im KZ-Lagerkomplex Kaufering. Seine Erlebnisse im Konzentrationslager hat er in dem Buch „Trotzde
m ja zum Leben sagen“ beschrieben.

 

 
Die Kauferinger Pfarrer Friedrich Aschoff (links) und Ludwig Epp weihten den Gedenkstein - Bildmitte: Viktor Frankl
 

 

Viktor Frankl wurde am 26. März 1905 in Wien geboren und verstarb am 2. September 1997.

1937 eröffnet er eine Facharztpraxis für Neurologie und Psychiatrie in Wien.
1940 erhält Frankl die Leitung der Neurologischen Station am Rothschild-Spital, in dem nur jüdische Patienten betreut werden. Dort sabotiert er unter Lebensgefahr die von den Nazis angeordnete Euthanasie von "Geisteskranken" mittels falscher Diagnosen in seinen ärztlichen Gutachten.
1941 heiratet er seine erste Frau, Tilly Grosser.

Im September 1942 werden Viktor Frankl und seine Frau verhaftet und gemeinsam mit seinen Eltern in das Ghetto Theresienstadt gebracht. Seine Schwester Stella ist zuvor nach Australien entkommen und sein Bruder Walter befindet sich auf der Flucht in Italien. In Theresienstadt stirbt der Vater nach einem halben Jahr an Erschöpfung.

Viktor Frankl, seine Frau Tilly und knapp danach seine 65-jährige Mutter werden in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Die Mutter wird sofort in der Gaskammer ermordet, seine Frau nach Bergen-Belsen gebracht, wo sie mit 24 Jahren stirbt. Viktor Frankl wird über Wien nach Kaufering und Türkheim (KZ-Außenlagerkomplex Kaufering) deportiert.
In Türkheim erkrankt er an Fleckfieber und hält sich nachts wach, indem er versucht, sein Buch "Ärztliche Seelsorge" stenographisch zu rekonstruieren. Am 27. April 1945 wird er von US-Truppen befreit und kehrt im August nach Wien zurück. Dort erfährt er vom Tod seiner Frau, seiner Mutter und seines Bruders, die in Auschwitz umgebracht wurden.


© 2016 Manfred Deiler; Alle Rechte der Verbreitung durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger aller Art, auszugsweisen Nachdruck oder Einspeicherung und Rückgewinnung in Datenverarbeitungsanlagen aller Art, sind vorbehalten.

 

Landsberger Zeitgeschichte
 
Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V.